Matthias BackhausBackhaus 1997 1
Diplom-Kirchenmusiker

Gründer und Leiter des concentus vocalis St. Lukas seit 1993
Geboren 1961 in Bremen.
1980-1990 Studium an den Staatlichen Musikhochschulen in Lübeck und Wien (A-Examen).
Seit 1991 Kantor an der Lukaskirche
Gestorben 2009 in Berlin

Musikalische Ideen für einen ganzen Chor
"Einer meiner Schwerpunkte ist die Arbeit mit dem concentus vocalis St. Lukas. Dabei möchte ich zeigen, dass künstlerische Arbeit und Religiosität untrennbar zusammengehören, und künstlerische Arbeit in der Kirche nicht nur ihren Platz hat, sondern dass Kirche geradezu angewiesen ist auf eine Kirchenmusik mit künstlerischem Selbstverständnis. Bei künstlerischer Arbeit sollte es vorrangig darum gehen, Kontakt zu den eigenen Emotionen zu bekommen und eine differenzierte Wahrnehmung für deren Art und Qualität zu entwickeln („Spürbewusstsein“). Dabei erfährt man, dass durch so verstandene musikalische Interpretation Textinhalt und Textbedeutung so erlebbar werden, dass die seelischen Tiefenschichten des Menschen angesprochen werden, die die Quelle einer authentischen Religiosität sind."
Dieses sein Credo hat Matthias Backhaus zeit seines kurzen Lebens beherzigt, und das war auch das Geheimnis seines Erfolgs für den großen Zulauf an Sängern zu seinem Chor. Dazu beigetragen hat auch die vielfältige Auswahl der einzustudierenden Werke: Bachsche Passionen genauso wie für die Ohren der Zuhörer ungewohnte Klänge.
Zum Repertoire des Chores in Backhaus‘ Zeit gehörte die klassische Literatur wie Bachs Weihnachtsoratorium, Matthäuspassion. Händels Messias. Aber auch das Verdi-Requiem, das Requiem von Dvořák oder “The Dream of Gerontius“ von Edward Elgar. Doch dazu kamen für den Chor und die Zuhörer neue, unbekannte, sehr beeindruckende Werke. Es seien hier nur genannt das Requiem von Alfred Schnittke, das Requiem von Erkki Sven Tüür oder „A Child of Our Time“ von Michael Tippett. In den knapp siebzehn Jahren seiner Tätigkeit hat Matthias Backhaus mit dem Chor allein mehr als 40 große Werke aufgeführt. Genannt werden sollten aber auch Leonard Bernsteins „Chichester Psalms“ und Arthur Honeggers „König David“. Letzteres hat der Chor in der neuen Synagoge aufgeführt.
Konzerte des Chores führten uns mit ihm nach Magdeburg, Bochum, Wien und Rom.

 

Katharina Pfeiffer
2011 wurde Katharina Pfeiffer Kantorin der Lukaskirche und damit auch Leiterin des concentus vocalis St. Lukas.

In der fast 5-jährigen Zusammenarbeit mit dem Chor erarbeitete Katharina Pfeiffer Werke, die auch für den Chor einen großen Ansporn und Herausforderung bedeuteten. Dies war unter anderem die Einstudierung der Matthäuspassion von Heinrich Schütz, ein a-cappella Werk, das der Chor in Dresden und Weimar aufführte. Neben Bach, Zelenka und Brahms brachte der Chor auch das 1985 entstandene Requiem von John Rutter dem Publikum nahe.

Im Jahre 2016 endete diese musikalische Zusammenarbeit mit der Gründung des Vereins concentus vocalis Dresden e.V.